Böhme Fruchtkaramellen: Die kleinen „Frukas“, die nach Kindheit schmecken

Sie waren klein, bunt und in glänzende Silberfolie gewickelt und für viele Kinder der 80er-Jahre gehörten sie einfach dazu. Die Böhme Fruchtkaramellen von vielen nur „Frukas“ genannt, sind bis heute ein echter Süßwarenklassiker. Vier Sorten, vier Farben und ein Geschmack den viele Menschen sofort mit ihrer Kindheit verbinden.

Wer die kleinen quadratischen Kaubonbons kennt, braucht meist kein Foto um sie wiederzuerkennen. Die charakteristische Silberfolie mit den farbigen Streifen und den aufgedruckten Fruchtnamen ist bis heute unverwechselbar. Im klassischen Mix gab es Zitrone in Gelb, Himbeere in Rosa, Kirsche in Rot und Apfelsine beziehungsweise Orange. Ob Kiosk, Süßigkeitenregal oder heimischer Vorratsschrank, die Fruchtkaramellen waren in den 1980er-Jahren in Ost und West weit verbreitet. Ihre Geschichte beginnt allerdings schon einige Jahrzehnte früher. Bereits in den 1950er-Jahren wurden die Fruchtkaramellen von der Mülheimer Süßwarenfabrik Wissol in Nordrhein-Westfalen hergestellt. Seit den 2000er-Jahren werden die beliebten Bonbons in der Delitzscher Schokoladenfabrik in Sachsen, unweit von Leipzig,  nach demselben traditionellen Rezeptweiterproduziert .

Dabei ist die Herstellung erstaunlich bodenständig. „Eigentlich bestehen die Frukas nur aus Zucker, Wasser, ein bisschen Glukosesirup, Aromen und Geliermittel. Das war’s schon“ heißt es aus der Produktion. Ganz automatisch läuft der Herstellungsprozess allerdings nicht ab, noch heute ist dabei viel Handarbeit gefragt. Denn die fertige Masse muss zunächst die richtige Temperatur erreichen und erst wenn sie handwarm ist, wird sie von einem Mitarbeiter in einen sogenannten Zieher eingespannt. Dort wird die Masse immer wieder aufgewickelt und gezogen. Dabei gelangt Luft hinein, wodurch sich ihre Struktur verändert. Anschließend wird sie in einer weiteren Maschine zu einer langen, schmalen Masse gepresst aus der später die kleinen quadratischen Fruchtkaramellen entstehen.

Gerade diese traditionelle Herstellung macht die Frukas zu einem interessanten Stück deutscher Süßwarengeschichte. Während viele Produkte aus vergangenen Jahrzehnten längst verschwunden sind, hat dieser Klassiker die Zeit überdauert. Das Rezept, die vier Geschmacksrichtungen und vor allem der unverwechselbare Anblick sorgen dafür, dass sich auch heute noch viele Menschen sofort an ihre Kindheit erinnern. Und vielleicht liegt genau darin das Erfolgsgeheimnis der Frukas: Sie wollen gar nicht modern sein. Sie müssen keine exotischen Geschmacksrichtungen anbieten und brauchen keine aufwendige Verpackung. Vier kleine Bonbons, ein Stück Silberfolie und plötzlich ist da wieder dieses Gefühl von früher.

Böhme Fruchtkaramellen sind damit mehr als nur ein Kaubonbon. Sie sind für viele ein kleines Stück Kindheit, das man tatsächlich noch einmal schmecken kann.

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